Hybride Landschaft
Landschaften sind kein Abbild unberührter Natur, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels von Mensch, Technologie und Umwelt. Künstliche Intelligenz verändert und gestaltet sie aktuell auch mit, wodurch neue, hybride Räume entstehen. Diese Entwicklungen prägen unser Verständnis von Natur und eröffnen neue erzählerische Perspektiven.
Die Landschaft im Bildhintergrund ist ein Motiv der Kunstgeschichte seit der Ablösung des mittelalterlichen Goldgrundes im Tafelbild und Spiegel des Verhältnisses zwischen Mensch und Umwelt. Doch dieses Verhältnis verändert sich. Die klassische Vorstellung von Natur weicht derjenigen eines Netzwerks aus organischen und technischen Prozessen. Hybride Landschaften entstehen.
Wie Donna Haraway (1985) und Bruno Latour (2008) zeigen, bilden sich durch die Verflechtung von Natur und Technik hybride Realitäten, in denen sowohl menschliche als auch nicht-menschliche Akteur:innen agieren. Künstliche Intelligenz nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Sie ist nicht nur ein Werkzeug, sondern auch Mitgestalterin neuer Ökosysteme. Dadurch stellt sich die Frage, welche Bedeutung Landschaften im digitalen Zeitalter haben und wie alternative Ökosysteme gestaltet werden.
Die künstlerische Auseinandersetzung verbindet analoge mit digitalen Techniken. Der Bromöldruck betont durch seine malerische, weiche Textur die Hybridität der dargestellten Landschaften. Durch eine Ästhetik des Verschwimmens und handwerkliche Unregelmässigkeiten verwischen die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion. So entsteht eine visuelle Sprache, in welcher organische und technologische Elemente zusammenspielen.