The Very First Glimpse of Spring
Bei der Arbeit The Very First Glimpse of Spring handelt es sich um eine Serie aus Hinterglasmalereien, die sich inhaltlich mit der Thematik der Todesevokationen in der Landschaftsmalerei auseinandersetzen.
Die dieser Arbeit zugrunde liegende Erinnerung ist eine Wanderung im Frühling vom Tal auf eine Alp hinauf. Dort war es auch Frühling, sonst wäre die Alp unerreichbar gewesen, aber es war der frühere Frühling. Die gesamte Wanderung war ein Moment zwischen einem oder zwei Momenten, es war ein Übergang vom Tal zum Berg, von schwarzen Wäldern und tropfendem Harz zu festen Schneewänden, vom Werden ins Vergehen, vom Sterben ins Leben, vom Leben ins Sterben. Am präsentesten in Erinnerung geblieben ist mir das Stapfen in den Überresten des grossen, kalten Todes: die geknickten Schutzbäume, die mehr oder weniger toten Lebewesen über meiner Schulter und die unter meinen Schuhsohlen im Schnee konservierten Überreste von Huftieren. Vielleicht war das mal ein Hüftknochen?
Veränderung ist der Landschaft eingeschrieben, und dazu gehört auch das Sterben einzelner Landschaftselemente als Zwischenstopp oder vielleicht auch als Ende eines Kreislaufs. Ich bin auf der Wanderung und in der Arbeit bei Bildern und Überbleibseln sterbender Natur angekommen. Dabei habe ich mich sowohl theoretisch als auch malerisch mit der Frage auseinandergesetzt, welche Reflexionsräume Bilder sterbender Natur eröffnen und wie der Veränderungsprozess, der sterbender Natur innewohnt, malerisch wiedergegeben werden kann.