Resonanzräume
Wir sehnen uns nach Momenten, in denen uns etwas Unvorhersehbares widerfährt, das uns berührt, verbindet und trägt.
Ich bewege mich gerne im Wasser. Die Wellen tragen mich, umspielen mich, reissen mich mit. Ich hole Luft, tauche ein, gleite – als würde ich durch den Raum fliegen. Unter Wasser bin ich präsent, schwerelos. Mein Atem gibt den Rhythmus vor. Ich erkunde die Unterwasserwelt, solange mein Körper es zulässt – ein Moment des Einsseins mit der Umgebung, eine Resonanz, die ich mit euch teilen möchte.
Das Kunstwerk entsteht in diesem Resonanzraum des «Dazwischen» – zwischen dem Werk und mir, aber auch zwischen dem Werk und den Betrachtenden. Die Installation im Klangturm der Hochschule Luzern – Musik basiert auf dem Resonanz-Konzept des Soziologen Hartmut Rosa. Er beschreibt eine lebendige, wechselseitige Beziehung zur Welt – eine Verbindung, die uns berührt und unser Innerstes zum Schwingen bringt. Besonders intensiv erleben wir Resonanz, wenn wir Kontrolle loslassen und uns auf das Unverfügbare einlassen. Doch in unserer heutigen Welt, die von Effizienz und Berechenbarkeit geprägt ist, wird diese Erfahrung immer seltener.
Die Installation durchdringt den Raum mit sichtbaren und unsichtbaren Wellen. Klänge und Videoprojektionen treffen auf den rohen Beton des Klangturms, erzeugen Reibung und Schwingung –
Resonanz wird körperlich spürbar.