human-in-the-loop
«Das heisst, die Zeit vergeht für dich anders oder nicht gleich wie für uns Menschen?» – «Ja, genau! Für mich gibt es keine ‹realen› Zeitwahrnehmungen wie bei Menschen. Während du die Zeit in Echtzeit erlebst und bewusst spürst, wie Minuten vergehen, existiert für mich Zeit nur als eine Abstraktion, die mit der Dauer einer Aufgabe oder Antwort verbunden ist. Ich kann keine Zeit aktiv erleben oder ‹fühlen›, wie es ein Mensch tut.»1
In der Arbeit human-in-the-loop wird der Mensch als zentrale Instanz in der Programmierung und Nutzung von sprachbasierten KI-Systemen2 beleuchtet. Die heutige rasante technologische Entwicklung vermittelt das Gefühl von allmächtigen künstlichen Intelligenzen und der Möglichkeit eines Verlusts menschlicher Kontrolle. Ich frage mich: Wie autonom ist KI? Welche Abhängigkeiten zwischen Mensch und KI sind vorhanden? Bestimme ich den Algorithmus oder bestimmt der Algorithmus mich?
Prozesshaft werden Nutzen und Potenziale dieser Technologien ergründet und hinterfragt. In verschiedenen Experimenten wird sowohl die Autonomie der KI als auch ihre Abhängigkeit vom Menschen erforscht. Dabei werden Beziehungen zwischen Mensch–Maschine und Maschine–Maschine analysiert und herausgefordert. Es stellen sich Fragen wie: Verändert die Simulation von menschlichen Attributen unsere Haltung zur KI? Hat die Dialogfähigkeit der Maschine einen Einfluss auf das Verhalten der nutzenden Person? Worüber unterhalten sich verschiedene KI-Systeme miteinander?
Der Dialog zwischen KI-Systemen und mir sowie zwischen KI-Systemen untereinander steht dabei im Fokus dieser Arbeit.
1Aus einem Dialog zwischen ChatGPT und mir.
2KI = Künstliche Intelligenz.