J’ai Soif.
«Eine Überflutung von Informationen. Der Mond zieht an den Gliedern des Ozeans – und an meinen. Glieder, die in Fruchtwasser wuchsen – bis es brach. Getauft geboren und später nochmals getauft?»
Die künstlerische Arbeit von Sarah Benathan wurzelt in der Suche nach dem eigenen Platz zwischen zwei religiösen Welten: dem jüdisch-marokkanischen Erbe des Grossvaters und einer christlichen Erziehung. In diesem Spannungsfeld aus abstrakten Regeln bildet Wasser die einzige haptische Konstante – kalt auf der Stirn, unmittelbar real. Das Element dient als Forschungsstrategie, um Themen wie Identität, Sprache und Religion greifbar zu machen.
Da der Film vielschichtige Ebenen berührt, führt ein begleitendes Buch die Inhalte grafisch, theoretisch und erzählerisch weiter. Die Video-Installation schafft zudem eine atmosphärische Ebene: Durch Projektionen und Klänge lädt sie die Besuchenden ein, die eigene Beziehung zu Wasser, Ritualen und religiösen Prägungen zu reflektieren.
Anstatt dogmatische Antworten zu geben, öffnet J’ai Soif. einen Raum für Ungewissheit: Suchen wir nach Sättigung – oder ist der unstillbare Durst die einzige Antwort, die uns wahrhaft verbindet?