Strategien des Mappings, wie sie in den letzen Jahren in künstlerischen und aktivistischen Projekten eingesetzt werden, lassen sich als Prozess einer meist kollektiven, strategischen Organisation von Informationen und Daten beschreiben und basieren auf einem kritisch reflektierten Verhältnis gegenüber der Kartografie und ihren Techniken der Darstellung. Die Arbeit mit Karten geschieht im Wissen um die Funktionen, die sie als Herrschaftsinstrumente spielten und weiterhin spielen. Mit ihrer Hilfe lässt sich der Zugriff auf Territorien und Ressourcen argumentieren und organisieren, aber es lassen sich auch unsichtbare Zusammenhänge sichtbar machen. Reduktion schafft Übersicht und gleichzeitig neue Unsichtbarkeit. Ist der Prozess der Erstellung einer Karte nicht hegemonial begründet, ermöglicht der Mappingprozesse das Zusammenfügen von Informationen, Wissen und Geschichten z.B. aus unterschiedlichen Disziplinen und Zusammenhängen. Die im kartografischen Blick angelegte Darstellung jenseits einer definitiven Perspektive erlaubt es, Inhalte und Erfahrungen von unterschiedlichen Akteuren auf eine gemeinsame Ebene zu übersetzen, an- und umzuordnen und so temporäre Konstellationen zur Darstellung zu bringen.



Migration Map Peter Spillmann
Actors, MigMap - Mapping Politics on Migration, www.transitmigration.org/migmap 2005