Maria Lichtsteiners Stadtlektüren wären so nicht denkbar ohne ihre langjährige Erfahrung fremder Orte: Aufenthalte im australischen Perth, in Berlin, Paris, Edinburg und insbesondere in Kiew setzten über Monate und Jahre gewohnte Orientierungs- und Kommunikationsmuster ausser Kraft. Deren Absenz verlangte umso mehr Systeme der Ordnung in der ästhetischen Arbeit. Lichtsteiners in Kiew entstandenen Zeichnungen sind lesbar als Speicher: Menschen, Landschaften und Architekturen gingen als Summe kleiner Teile in ornamentale Kompositionen ein, bildeten Teppiche aus, deren langsamer Entstehungsprozess auch die Zeit in anderen Mentalitäts- und Klimazonen verdichtet. Isabel Zürcher
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fragamap II, 2008, Bleistift, Buntstifte auf Papier, 50 x 70 cm |