Die öffentliche Veranstaltungsreihe des Masterstudiengangs Art in Public Spheres der Hochschule Luzern Design und Kunst nimmt diesjährig das Schwerpunktthema „Urbanismus“ zum Anlass einer öffentlichen Gesprächsrunde. Eingeladene Gäste sind der chinesische Künstler und Architekt Ai Weiwei und Uli Sigg, ehemaliger Schweizer Botschafter der Volksrepublik China und Sammler asiatischer Gegenwartskunst. Im Spannungsfeld der gleichzeitig eröffneten Ausstellung über asiatische Landschaftsmalerei im Kunstmuseum Luzern sprechen der Gegenwartskünstler Ai Weiwei, Uli Sigg und andere über das Beziehungsgeflecht Stadtraum-Kunst-Natur.
Seine Verantwortung als Künstler sieht Ai Weiwei vor allem in der Rolle des unermüdlichen Aufzeigens und Recherchierens von Missständen und der Verbreitung von Information darüber. Seine weltweit bekannten Architekturprojekte, wie das Nationalstadion Beijing, dem sogenannten Vogelnest, in Zusammenarbeit mit den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, machen Ai Weiwei zum profunden Wanderer zwischen urbanen Welten.
Wie sieht Ai Weiwei die gegenwärtige urbane Revolution Chinas und welche moralisch-ethische Verantwortung erwächst daraus für die Gesellschaft? Ai Weiwei wird nicht müde, durch seine künstlerischen Interventionen zu mahnen, zu korrigieren und zu erinnern; das zeigen auch seine Filmarbeiten Chang’ an Boulevard und Beijing: The Second Ring (2004 und 2005), allesamt Videostreifzüge durch die hoffnungslose Logik der Stadtstruktur Beijings, in der Veränderung jenseits jeglicher Kontrolle zu liegen und unverhandelbar erscheint. Wie aber können Verbesserungen der Lebensbedingungen in der Stadt gestaltet werden; und ist dies nicht zugleich eine Gemeinschaftsaufgabe und ein Unternehmen Einzelner. Es geht auch um ein Gespräch über Freundschaft.
Was genau geht im Kopf des Künstler und Architekten Ai Weiwei vor, bevor er anfängt zu arbeiten? Was sind seine Wünsche, seine Sehnsüchte und woraus speisen sich seine Ideen? Die uralten Regeln chinesischer Raumproduktion sind auch gegenwärtig virulent und im kollektiven Gedächtnis der asiatischen Kultur wird das Verhältnis Stadt/Natur als ein nicht widerstreitendes Gegensatzpaar gedacht.
In der öffentlichen Veranstaltung auf dem Kurplatz am 21.5.2011 gibt Ai Weiwei einen Einblick in die Ideenproduktion seines Architekturbüros Fake Design. Unter freiem Himmel beschreibt er die Zusammenarbeit und geteilte Freundschaft mit Uli Sigg, die in gemeinsamer Anstrengung Grosses und Neues in die Welt bringen. Dabei geht es weniger um die Beantwortung der Frage ob der Künstler der bessere Architekt sei, sondern die uns alle angehende Aufgabe, wie wir unsere urbanen Gefüge reflektieren und wie wir leben wollen.
Programmvorschau zum 3. Master-Talk:
15.00h
Abholung von Ai Weiwei am Ufer des KKL
Ueberfahrt zum Kurpatz.
17.00h-ca.19.00h
Talk mit Ai Weiwei und Uli Sigg.
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