MILOS ZAPPA

By Tancredi Gusmann on
NATUR AUS DER BLACK BOX – 2019 

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Mein Masterprojekt handelt von der Natur im Großen und Ganzen und von der Natur auf dem Papieri Areal und Umgebung. Zentral sind dabei die Fragen: „Was ist Natur? Wo gibt es Natur in Cham?“ und „wie natürlich ist überhaupt unsere Natur bzw. die Natur in der Papieri und Umgebung?“

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Auf dem Areal der Papieri Cham und in der Umgebung entlang der Lorze war und bin ich unterwegs mit meiner Fotokamera und halte Ausschau nach „Natur“. Ich versuche dabei Natur festzuhalten mittels Landschaftsausschnitten/Naturporträts, wovon ich eine Auswahl traf und jeweils zwei Ausschnitte gegenüberstelle: Die Bilder beginnen miteinander zu kommunizieren; sie zeigen Gegensätze und Gemeinsamkeiten. Ich versuche auf diese Weise verschiedene Interpretationen dessen zu generieren, was sich unter diesem multivalenten Begriff „Natur“ fassen lässt. Ich versuche dabei die Natur in ihren verschiedenen Facetten zu thematisieren und dabei Fragen zum Verhältnis und Wechselwirkung von Mensch und Natur, zu Nähe und Distanz zwischen Mensch und Natur aufzuwerfen. Die Natur wird durch meine fotografische Intervention aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgerissen und erscheint als digitale Abbilder der Natur. Durch das Zeigen der Bilder auf den Bildschirmen und deren klassischem Arrangement soll die Distanz von Mensch zu Natur suggeriert werden. Ich verwende dafür digitale Medien – Monitore – mit deren Hilfe wir uns heute gewöhnlich die Welt erschließen. Die Diskrepanz zwischen Sinnesverlust und Sinnesbedürfnis soll dadurch spürbar gemacht werden. Die BlackBox ist eine gesellschaftskritische Arbeit und steht für ein menschliches Konstrukt, absolute Systeme und Programme, schleierhafte Konzepte und Statements. Diese installative Box ist von einer geometrischen Architektur geprägt, sie ordnet Natur ein, rahmt diese und erschafft Abbilder davon. Die Kiste spuckt Naturabbilder in digitalen Zustand aus, wie es ihr gerade passt. Manchmal verschwinden sie, und erscheinen dann wieder.

Denn die Natur (dazu zähle ich Tiere, Pflanzen, Mitmenschen, Mikroorganismen, Boden und Luft usw. usf. ) dürfen wir nicht als etwas “Fremdes, Anderes, Wildes, Erhöhtes, Heiliges, von uns Menschen Getrenntes“ anschauen. Natur soll als ein Teil von uns bzw. der Mensch als Teil der Natur – einem großen holistischen vernetzten Gefüge – verstanden werden und somit in unserem Leben mitgedacht werden. Das heißt auch zwingend, dass wir uns auf Natur einlassen müssen, und persönlich/individuell mit all unseren Sinnen in Erfahrung bringen müssen, um einen Bezug und eine eigene Idee davon entwickeln zu können.

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