Lotta Gadola

By Rene Gisler on
Head Down – 2018
Die Arbeit Head Down beschäftigt sich mit der Frage, wie sich unser Zeitgeist, im spezifischen das Phänomen der Smartphonisierung, in unsere Körper einschreibt. In einer Situation in der die Kommunikation alles andere als unmittelbar und körperlich stattfindet, sondern über den virtuellen Kanal verläuft, richtete ich meinen Blick auf die Körpersprache. Was erzählt sie? Und wie wird sie durch den Smartphonekonsum konditioniert?


Head Down besteht aus sieben grossformatigen Fotografien, die stilisierte Posen zeigen welche im körperlichen Ausdruck die Medialisierung repräsentieren. Sie zeugen von einer Versunkenheit, Abwesenheit und Verletzlichkeit sowie von liebevollen und schützend umfassenden Gesten.


Die Bilder waren auf bestehenden Bildflächen an der Schifflände, dem ehemaligen Bahnhof von Stansstad zu sehen. Auch heute noch ist es ein Umschlagplatz an dem Wartezeiten entstehen und der zum Verweilen einlädt. Und der Griff zum Hand naheliegt.


Der Titel Head Down spricht von einer Körperhaltung, welche unterschiedliche Assoziationen weckt: das Abtauchen in die digitale Welt, das sich introvertierte Abwenden oder gar die Pose der Verehrung, welche wiederum auf unsere Beziehung zum Smartphone anspielt. Allem voran ist es jedoch eine typische Handy-Haltung durch welche der Tech-Neck entsteht. Medizinisch ist bewiesen, dass die Smartphoniesierung die Evolution des Körpers verändert. Man spricht mittlerweile von der Head-Down-Generation.

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