Lorena Linke

By Rene Gisler on
YOU‘R‘SELF – 2018
Die partizipative Installation You‘R‘Self beschäftigt sich mit dem Medium Instagram. Bilder von sich machen, Bilder posten und zeigen wo, wer man ist und was man erlebt. Es geht darum Einblick in das eigene Leben zu geben und auf andere Lebensweisen zu reagieren. Ein paar Likes, ein paar Kommentare. Vielleicht sogar ein neuer Follower.

Der eine Teil der InstallationYou‘R‘Self funktioniert wie ein Photoautomat, nur dass keine gedruckte Version des Photos entsteht. Das Bild verschwindet in den digitalen Sphären. Was damit geschieht wird nicht ersichtlich. Einmal auf Instagram gepostete Bilder verschwinden in den virtuellen Sphären. You‘R‘Self als Kurzform von You are self (selbst bist du) lautet also der Titel meiner Installation. Es ist eine Bezeichnung dafür, dass das Selbst in der heutigen Zeit vermarktet wird und bezieht sich auf den Englischen Ausdruck yourself, welcher benutzt wird, um auf die eigene Person zu verweisen.

Die Suche nach dem „most instagrammable Moment“. Bei der digitalen Welt handelt es sich meiner Meinung nach nicht nur um eine Parallelwelt. Wir versuchen nicht nur unser reales Ich in einem virtuellen Raum zu präsentieren, sondern unser analoges (reales) Leben wird immer mehr durch ein digitales (virtuelles) Leben beeinflusst. Schöne Bilder sind das A&O. Genauso wichtig ist aber auch das Engagement. Kommentare schreiben. Kommentare beantworten. Liken. In Interaktion mit den anderen Usern stehen. Ein paar passende / inspirierende Sätze zum Bild schreiben, mit Inhalt und ans Zielpublikum gerichtet. Darauf bezieht sich der zweite Teil der Installation You‘R‘Self. Kommentare können geschrieben werden. Diese werden durch eine Text to Speech-Funkion in der FotoBos vorgelesen. So erhalten Besucher Kommentare zu Ihren eigenen Bildern. Durch das offene Fenster lässt sich die Verbindung erahnen.

Die Theoriearbeit Insta‘R‘Us untersucht die Veränderungen die das Medium Instagram mitbringt. Neben gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen nimmt die Arbeit Kontexte aus der Kunst auf, welche sich Instagram bedienen. Die Arbeit Excellences & Perfections von Amalia Ulman brachte eine neue Art des performativen Schaffens hervor, Richard Princes New Portraits bedient sich dem riesigen Bilderpool von Instagram, um neue Werke zu schaffen. Die jungen Künstlerinnen Molly Soda und Arvida Byström veröffentlichten ein Buch, welches Bilder enthält die von Instagram gelöscht wurden. Die untersuchten Arbeiten zeigen, dass Instagram als Medium nach einer künstlerischen Bearbeitung fragt, um dieses damit kritisch zu durchleuchten und seine Möglichkeiten zu erforschen.

Videodokumentation der Abschlussausstellung