Flavio Knüsel

By Rene Gisler on
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – 2018
Das persönliche Bedürfniss des Künstlers gegen die herrschende Beschleunigung und die durch Gleichzeitigkeit verursachte Zeitverdichtung unserer Gesellschaft entgegen zu treten, entstand eine fotografische und performative Arbeit.


Schon seit zwei Jahren experimentierte er im Bereich der analogen Fotografie. Dabei untersuchte er verschiedenste Bildträger und Chemikalien, sammelte schon fast manisch alte Kameras in den Brockenstuben und baute etliche Lochkameras. Das Medium Lochkamera zwang den Künstler nicht nur zu einem anderen Umgang mit der Zeit, es verlangte immer wieder bewusste Entscheidungen während eines von Produktions- und Wartephasen geprägten Prozesses und führte so zu einer entschleunigten Arbeitsweise.


Während mehreren Spaziergängen im Dorf und Umgebung fand er immer wieder Orte, welche ihn zum Innehalten einluden. So entstanden Selbstportraits, bei welchen er sich zwischen 2 Minuten und 2.5 Stunden der Zeit ausgesetzt hat. Diese Erfahrung der Zeit, und die Wahrnehmung von Bewegung in und um ihn stand dabei im Mittelpunkt der Untersuchung. Auch führte er über 3 Wochen eine kleine Alltagsstudie in Form eines Zeittagebuches, in welchem er sich die Dauer jeder Tätigkeit notierte. Die Untersuchung wandelte sich gegen Schluss zu einem reflektierenden Tagebuch, welches ihn zum Entschluss führte, nicht mehr so viel gleichzeitig machen zu wollen.

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