Nicole Buchmann

By Laura Bider on
KUNST ODER KIND? – Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Feld der Kunst – 2017

Die praktisch-künstlerische Arbeit besteht aus zwei Workshops, einer Podiumsdiskussion und einer Videoarbeit zum Thema Kunst und Kind.

Für die Künstlerin ist die Ideallösung ein Gemeinschaftsatelier mit integrierter KiTa. In den Interviews und Workshops prüfte sie, ob dieses Modell auch bei anderen Betroffenen Anklang findet und wie es strukturiert sein könnte. Die in den Workshops erarbeiteten konkreten Umsetzungsideen dienten als Grundlage für die Podiumsdiskussion mit KünstlerInnen und Vertretern aus der Politik, Kulturförderung und dem Berufsverband visarte. Ziel der Podiumsdiskussion war, die Problematik einer breiten Öffentlichkeit darzulegen und Lösungsansätze bzw. konkrete Umsetzungsideen zu diskutieren – mit Berücksichtigung der politischen Ebene, der Ebene der Selbstorganisation (u.a. Gemeinschaftsatelier) und der kulturellen Ebene (u.a. Rollenmuster). Ein weiteres wichtiges Ziel der Podiumsdiskussion war, das Netzwerk zu erweitern und eine Interessengemeinschaft zu gründen. Die Videoarbeit, welche als Einführung an der Podiumsdiskussion gezeigt wurde, vermittelt spielerisch einen Mix aus klaren Botschaften, Szenen aus den Interviews und einen Beitrag von der österreichischen Familienforscherin Dr. Irene Mariam Tazi-Preve.

Nicole Buchmann, KUNST ODER KIND? Ausstellungssituation, Altdorf, 2017

Nicole Buchmann, KUNST ODER KIND? Workshop, 2017, Foto: Vera Leisibach

Nicole Buchmann, KUNST ODER KIND? Workshop, 2017, Foto: Vera Leisibach

Dokumentation Ausstellung:
Theoretische Masterthesis

Im ersten Kapitel hat die Künstlerin die gesellschaftliche Situation der Vereinbarkeit im Allgemeinen und die Geschichte der Geschlechterrolle durchleuchtet, um sich einen Überblick zu verschaffen und die nachfolgenden Untersuchungen zu verorten. Im zweiten Kapitel wurden die persönlichen Befragungen ausgewertet und zusammengefasst, um die persönliche Ebene der Thematik zu untersuchen. Die Künstlerin wollte herausfinden, wie die Vereinbarkeits-Modelle der Einzelnen aussehen und welche Bedürfnisse sie hinsichtlich einer verbesserten Vereinbarkeit haben. Im Laufe der Auseinandersetzung mit der Thematik wurde immer klarer, dass die Problematik der Vereinbarkeit gesellschaftlich und nicht – wie oft angenommen – persönlich zu verorten ist. Besonders bei der Akquirierung von Teilnehmern für die Workshops wurde der Künstlerin bewusst, dass die Probleme in erster Linie auf persönlicher Ebene verhandelt werden, anstatt sie als strukturelles gesellschaftliches Problem anzusehen und anzugehen. Es müssen die strukturellen Rahmenbedingungen verbessert werden. Aus diesem Grund wurde im Anschluss an die Workshops eine öffentliche Podiumsdiskussion durchgeführt.