Nicolas Witschi

By Laura Bider on
Der Tunnel – 2017
Der Tunnel ist eine installative Setzung mit fünf unterschiedlichen Gesteinen aus dem Gotthardgebiet. Aus den Steinen wurden Pigmente hergestellt. Fünf Bildobjekte wurden in der Kapelle des Fremdenspitals in Altdorf ausgestellt.

Nicolas Witschi, Der Tunnel, Altdorf, 2017

Nicolas Witschi, Der Tunnel, Altdorf, 2017

Dokumentation Ausstellung:
Theoretische Masterthesis
Geschiebe. Ein Essay über das Material in meiner Arbeit

Der Ausgangspunkt der schriftlichen Arbeit ist die Reflexion selber. Dies in Form eines Essays. Ihr Gestus ist der einer Dringlichkeit, man könnte auch sagen: es scheint um etwas Existentielles zu gehen, beziehungsweise, es geht um Existentielles. Denn neben der eigentlichen Recherche zum Projektvorhaben in Altdorf geht es um eine gesellschaftliche und ästhetische Positionsbestimmung für die Arbeit des Künstlers heute, für Kompromisse oder eben Kompromisslosigkeiten in dieser Arbeit. Der Akzent auf dem Material Stein– als inhaltlicher Schwerpunkt – ist also gleichzeitig metaphorisch zu verstehen. Es geht um einen Prozess von Gewicht. Denkprozess, Materialsuche, Gespräche und Lektüren laufen parallel und manchmal ineinander. Was hat der Tunnel mit der Frage nach dem Leiden in der Kunst zu tun? Was vordergründig sprunghaft wirkt, verdichtet sich zum einen in den internen Bezügen zwischen Stein, Berg, Tunnel und Bogen, das heisst: zwischen konkreten materiellen Ebenen und reflexiven
Prozessen. Zum andern ist die KohaÅNrenz gegeben dadurch, dass das künstlerische Projekt im Fremdenspital in Altdorf als Auseinandersetzung mit Schönheit und Form, Ort und Funktion immer auch schon mitgedacht ist. Die Arbeit verzichtet auf Bildmaterial und präsentiert sich statt dessen in einem Materialkoffer, der ihr einen richtigen Kärper gibt aus Büchern, CDs, Werkzeug, Werkproben und Lebensmittel (Wein). Dadurch ruht die schriftliche Arbeit auf dem Material und ist von ihren Einflüssen umgeben.