Livia Müller

By Laura Bider on
Invasion der Schwabbels
Die Schwabbels sind elektronische Wesen, deren Körper aus einem mit Wasser gefüllten Plastiksack, elektronischen Elementen und einem Plexiglasskellet besteht.

Nähern sich PassantInnen den Schwabbels, machen sie sich durch Schütteln bemerkbar, wenn sie nicht gerade eine Pause einlegen und Sonnenenergie tanken über ihre Solarzellen. Die Schwabbels werden stetig weiterentwickelt und durchlaufen somit eine Art künstliche Evolution. Damit steht auch der Prozess bei dieser Arbeit im Fokus. Die aktuelle Entwicklungsstufe wirkt noch sehr harmlos, doch die Aussicht auf folgende Weiterentwicklungen und auf die wachsende Unabhängigkeit der Wesen wirft Fragen zur Entwicklung von aktuellen und zukünfgen Technologien auf und stellt deren Kontrollierbarkeit in Frage. Um die Entstehung und Entwicklung der Schwabbels zu finanzieren, besteht die Möglichkeit eine Patenschaft für einen Schwabbel zu erwerben. Somit wird auch die Beziehung zu den Schwabbels thematisiert. Die Beziehung zu den Schwabbels wird auch durch die Beobachtung der Reaktionen und Gespräche mit den PassantInnen erforscht.

Livia Müller, Invasion der Schwabbels, Altdorf, 2017, Foto: Stefan Vonwil

Livia Müller, Invasion der Schwabbels, Altdorf, 2017, Foto: Stefan Vonwil

Dokumentation Ausstellung:
Theoretische Masterthesis
Invasion der Schwabbels

Das Künstlerbuch hat das Format eines Blogs. Im Blog wird einerseits der Entwicklungsprozess der praktischen Arbeit ersichtlich und gleichzeitig wird die Arbeit in verschiedene Kontexte gestellt. Dabei reichen die Themen von Animismus bis hin zur interspezies Kommunikation. Parallel werden auch Beispiele technologischer Entwicklungen in der Forschung im Bereich der Bionik, Biotechnik und biotechnischer Hybridwesen aufgegriffen und Verbindungen zur Arbeit aufgezeigt. Es wird auch das Format der Arbeit untersucht und in Vergleich mit anderen Kunstschaffenden und Arbeiten wird versucht, die Arbeit in den Formaten der Klanginstallation, Ereigniskunst und der Performance zu verorten.