Julia Bolli

By Laura Bider on
OFF POSITION ZWYER – 2017
Das Projekt OFF POSITION ZWYER versteht sich als temporärer Vermittlungs- und Kunstraum, als «Aus-stellung» (engl. off-position) des Zwyerhauses. Dieses ist seit jeher in einer Off-Position, welches abseits des Stadtkerns dem Wandel der Zeit stand hält und welches das einzige noch bestehende Arbeiterhaus im Industriegebiet Altdorfs ist.

In seiner neusten Geschichte umfasst es mehrere Studios diverser DJs und Produzenten, bildet das Zuhause zweier Musiklabels (12 o’Clock und Numea Music) und bietet Musikern, Tüftlern, Bastlern und Künstlern Freiraum zum Experimentieren. Als Julia Bolli bei einem Spaziergang durch Altdorf auf das Haus aufmerksam wurde, stiess sie auf die inspirierende Mieterschaft, die mit viel Elan bereit war, sich auf ein neues Projekt mit ihr einzulassen: Eine künstlerische audio-visuelle Hausinstallation mit Blick auf die historische Geschichte des Hauses. Dabei repräsentiert sich die ehemalige Schmiede und Wagnerei Zwyer durch ihre eigenen Geräusche, Klänge und Töne. Aufgezeichnete Alltagsgeräusche in Form von elektronischen Kompositionen, interaktiven Verstärkungen, mehreren Videoarbeiten und ein aufgezeichnets Gespräch mit dem Besitzer des Hauses werden beim Begehen des Hauses erlebbar. Einige Räume geben sich preis, andere bleiben verschlossen. Privates, öffentliches, historisches und zeitgenössisches vermischen sich. Hauptinitiatoren des Projektes waren Benjamin Kluser, Claude Röthlisberger, Diego Arnold, Dominik Gasser, Fabian Bissig, Jannik Sicher, Julia Bolli, Luca Gisler, Philipp Gisler, Sandro Zgraggen, Vinzenz Germann und Yannik Furger.

Julia Bolli, OFF POSITION ZWYER, Altdorf, 2017, Foto: Julia Bolli

Julia Bolli, OFF POSITION ZWYER, Altdorf, 2017, Foto: Julia Bolli

Dokumentation Ausstellung:
Theoretische Masterthesis
Fragen und Antworten zu alternativen Kunsträumen – Alternative Kunsträume im ländlichen und urbanen Raum

Die Masterthesis «Fragen und Antworten zu alternativen Kunsträumen» setzt sich aus einer historisch theoretischen Auseinandersetzung zum Begriff Offspace und einer praxisnahe Betrachtung in Form von Gesprächen mit Betreiberinnen und Betreibern von alternativen Kunstorten, mit Künstlerinnen und Künstlern, wie auch mit Kuratorinnen und Kuratoren etablierter Institutionen zusammen. Diese gliederte sich auf eine exemplarische Gegenüberstellung von «alternativen- Kunsträumen im urbanen Raum» – Zürich, Basel – und «alternativen Kunsträumen im ländlichen Raum» – Altdorf. Der Fokus basierte auf dem Interesse, einen Einblick in die Motivation von Betreiberinnen und Betreibern alternativer Kunstorte, wie auch Einblicke in die Bedingungen, mit denen sie in ihrer Arbeit konfrontiert sind, zu erhalten.