Patrik Zumbühl

By Vera Leisibach on
”terra nullius”
– ein Niemandsland als Akt der Gegenwehr gegenüber dem Nicht-Ort Seetalplatz.

Als erster Mensch habe ich von oben die ”terra nullius” betreten und aus meinem Rucksack eine Botschaft überbracht, nämlich ein Stück Gotthardgranit aus dem Quellgebiet der Reuss und ein Nagelfluh Gestein aus dem Quellgebiet der Kleinen Emme. Anschliessend habe ich ein Exemplar meiner Master-Thesis Arbeit zur Aufbewahrung in eine Black Box eingeschoben und zwischen die beiden Bruchsteine in die Grube niedergelegt. Die Doppelgrundsteinlegung war ein symbolischer Akt, ein Ritual. Die Einweihung der Insel ”terra nullius” mit den geladenen Gästen wurde zu einem Akt der Gegenwehr gegenüber dem Nicht-Ort Seetalplatz.

Bei der praktischen Umsetzung meiner Projektarbeit hat sich jetzt gezeigt, dass meine Vermutungen mit der Realität zusammenstossen. In all den Abklärungen und dem Hin und Her für die Performance-Bewilligung wollte weder der Bund, der Kanton noch die Stadt Luzern für die Insel zuständig sein, weil sie niemanden Eigentum ist. ‘terra nullius” als Niemandsland ist zur Tatsache geworden.

Es gibt so etwas wie ein natürliches Notwehrrecht. Mein Projekt verstehe ich als disziplinierendes Gegengewicht gegenüber dem völlig übernutzten Stadtraum. Die vorliegende Auseinandersetzung ist eine politische Skizze. Leider ist das politische und mediale Echo nicht im gewünschten Masse eingetreten, was dazu anstiftet, mich für dieses Anliegen weiterhin zu wehren.

Patrik Zumbühl, terra nullius, 2016, Foto: Vera Leisibach

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Patrik Zumbühl, terra nullius, Dokumentation Performance, Abseilung von der Ibachbruecke, 21. Juni 2016

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Patrik Zumbühl, terra nullius, Dokumentation Performance, Grubenöffnung für die Doppelgrundsteinlegung, 21. Juni 2016

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Patrik Zumbühl, terra nullius, Nagelfluhgestein aus der Waldemme

Performance Dokumentation vom 21. Juni 2016: