Julian von Euw

By Vera Leisibach on
Remember Me
Viel zu selten hält man die Geschichten und Ereignisse fest, die einem lieb und teuer sind. In der Arbeit „Remember Me“ werden vergangene Geschichten wieder zum Leben erweckt.


Es stellte sich heraus, dass mir nur sehr wenige Erinnerungen an meine Grossmutter geblieben sind. Und das, obwohl sie bis zu ihrem Ableben bei uns verweilte. Sie erzählte uns immer sehr viel über sich und ihr Leben, doch litt sie mit zunehmendem Alter unter Alzheimer und vergass nach und nach, wie sie eigentlich gelebt hatte, bis sogar wir, ihre Enkelkinder, ihrer Erinnerung entschwanden. Mit dieser Krankheit verblassten allmählich ihre Geschichten.
Im Nachhinein empfinde ich es als traurig, dass wir ihre Erlebnisse nicht genauer festgehalten haben. Sicherlich haben wir mündlich immer wieder versucht, ihr Andenken aufzufrischen, doch mit ihrem Dahinscheiden und ihrer fehlenden Anwesenheit sind diese Versuche immer seltener geworden, bis nur noch wenige Erinnerungen an sie geblieben sind.
Die Arbeit „Remember Me“ handelt vom Leben dreier Personen, die im Altersheim Huob leben. Sie geben mir Geschichten aus ihrem Leben preis. Es kommen Erinnerungen zum Vorschein, die im Alltag nicht mehr allzu präsent sind. Es sind diese Geschichten, welche ich in Form von künstlerischen Bildcollagen für die betreffenden Personen und für kommende Generationen festhalte.

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Julian von Euw, Remember Me, Pfäffikon (SZ), Residenz Huob, Foto: Titus Bütler, 2015

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Julian von Euw, Remember Me, Pfäffikon (SZ), Residenz Huob, Foto: Titus Bütler, 2015