Patricia Weiss

By Vera Leisibach on
Eskapaden
Die „Eskapaden“ sollen persönliche Gedanken, Einfälle und Assoziationen zum öffentlichen Raum veranschaulichen. Es ist der Versuch, im Kopf entstandene Bilder und Zusammenhänge zu veröffentlichen, sie zu verallgemeinern, den spontanen Einfällen einen Platz einzuräumen.


Eine Eskapade wird im Duden als (1) falscher Sprung eines Dressurpferdes, Sprung zur Seite und als (2) abenteuerlich-eigenwillige Unternehmung/Handlung, mutwilliger Streich oder Abenteuer definiert.
An einen unbekannten Ort zu kommen heisst, als Fremde den Ort zu erkunden und ihn mit eigenen Augen zu sehen. Alles was wir sehen, verknüpfen wir mit Erinnerungen, vergleichen wir mit bereits Bekanntem. Es entstehen überraschende Einfälle und Verbindungen. Diese scheinbar willkürlich hervorgerufenen Geistesblitze nennt man Assoziationen. Diese Arbeit macht einige dieser Gedanken sichtbar und damit auch erfahrbar. Es sind Seitensprünge – weg vom Alltäglichen und Gewohnten. Assoziationen haben ihren Ursprung im Kopf – sie sind unsichtbar. Durch das Veranschaulichen in der Öffentlichkeit werden sie zu etwas Neuem.
Die Wahrnehmung der Gegebenheiten wird in eine neue Richtung gelenkt und ermöglicht, dass die Betrachtenden weitere Assoziationen knüpfen. Die sichtbar gemachten Assoziationen sind im ganzen Dorf Lachen verteilt. Man trifft sie zufällig, wird eingeladen sie anzuschauen und sie weiterzudenken. Hat man sie einmal als Eskapaden wahrgenommen, wird der jeweilige Ort wiederholt diese Assoziationen auslösen, bis sie schliesslich von einem neuen, stärkeren Erlebnis abgelöst werden und die Erinnerung an dieses neue Erlebnis stärker wirkt und die „Eskapaden“ überdeckt.

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Patricia Weiss, Eskapaden, Lachen, Foto: Niki Spoerri, 2015