Kunst im Angesicht von Gewalt

By Vera Leisibach on
Öffentliche Ringvorlesung Herbstsemester 2014 und Symposium 11./12. Dezember 2014
Zivilcourage, symbolische Politik und die Repräsentation von Leid – Programm als pdf

Im Zusammenhang mit dem nationalen Holocaust-Gedenktag im Januar 2015 greift die Veranstaltung Fragen auf, die insbesondere das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft bezüglich der Erfahrung und Darstellung von Leid betreffen. Wie können ethische und politische Zusammenhänge von Gewalt dargestellt und erinnert werden? Welche Formen von Erinnerung, symbolischer Politik, Zivilcourage und Widerstand finden sich in der Kunst, welche in der sozialen Arbeit, der Kirche, der Politik und der Architektur? Was sind die Möglichkeiten von Kunst generell angesichts von Krieg, zunehmendem Rassismus und politischer Unterdrückung?

Diese Fragen werden an fünf Themenabenden interdisziplinär von Vertreter/innen der verschiedenen Departemente anhand von aktuellen und historischen Beispielen erörtert.

Am Gedenk-Symposium vom 11./12. Dezember 2014 wird die Diskussion über Möglichkeiten künstlerischer Arbeit angesichts von Gewalt vertieft und um historische und pädagogische Fragestellungen ergänzt. Im Zentrum steht die Frage, wie in den Grenzen des Sagbaren mit politischer Gewalt und ihren Begleitumständen ästhetisch umgegangen werden und wie einer Instrumentalisierung der Bilder kritisch begegnet werden kann.”

RINGVORLESUNG

Immer mittwochs, von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Hochschule Luzern – Design & Kunst, Baselstrasse 61B, 6003 Luzern

1. Oktober: Silvia Henke – Stefan Keller
Zeugenschaft in Literatur, Film und Geschichtsschreibung

15. Oktober: Peter Gautschi – Christian Gasser
Gewalt verstehen im Geschichtsunterricht und Geschichte vermitteln in der Graphic Novel

29. Oktober: Marie-Louise Nigg – Aram Mattioli
Zivilcourage zwischen Macht und Ohnmacht von politischen und künstlerischen Handlungen

12. November: Therese Schmid-Ackeret – Yvonne Robel
Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Opfern und Opferhelfern

26. November: Sabine Gebhardt Fink – Natalee Plagaro Cowee
Critical Monuments / Gedächtnis-Architektur

SYMPOSIUM

Donnerstag 11. Dezember und Freitag 12. Dezember 2014
Hochschule Luzern – Design & Kunst, Baselstrasse 61B, 6003 Luzern

Donnerstag 11. Dezember
16.00 Uhr Begrüssung: Markus Hodel, Silvia Henke
16.30 Uhr Wolfgang Brückle, Kunst im Angesicht der Gewalt, Voyeurismus als Kunstproblem, Kunst am Rand des
Scheiterns
17.15 Uhr Alice Creischer, Zivilcourage und die Militanz von Aktionskunst
18.00 – Apéro
19.00 Uhr Klaus Theweleit: Nach der Shoa, der Karski-Bericht. Zu Vorstellung und Darstellung von Gewalt
Moderation: Silvia Henke

Freitag 12. Dezember
9.00 Uhr Anna Minta, Völkermord, Staatsnarrativ, Denkmalkult: Erinnerungskulturen in Israel
9.45 Uhr Philipp Ruch: «Ich will die Autoindustrie nicht retten!» Die Produktion von Widerstand und die Rolle des Mutes im Zentrum für Politische Schönheit
Moderation: Wolfgang Brückle
11.00 Uhr Hubert Thüring, Primo Levis Erzählen als Erinnern der Zukunft
11.45 Uhr Daniela Janjic, Die Bühne als Ort der Erinnerung an einen
Krieg
Moderation: Marie-Louise Nigg
14.00 Uhr Sabeth Buchman, Gedenken proben?
14.45 Uhr Marina Belobrovaja, Über das ungute Gefühl, immer auf der richtigen Seite zu sein
Moderation: Sabine Gebhardt Fink und Rachel Mader
15.45 Uhr Schlussdiskussion
16.30 Uhr Ende der Tagung

Konzept und Organisation: Silvia Henke (Leitung Theorie, Dozentin für Kulturtheorie), Wolfgang Brückle (Dozent für Kunst und Camera Arts), Sabine Gebhardt Fink (Leitung Master of Arts in Fine Arts – Art in Public Spheres & Art Teaching), Marie-Louise Nigg (Dozentin dür Kunst und Kulturtheorie)
Informationen und Anmeldungen: silvia.henke@hslu.ch
Alle Veranstaltungen sind für Mitglieder des Campus kostenlos. Für externe Gäste pro Abend oder Halbtag CHF 10.–

Eine Veranstaltung der Hochschule Luzern – Design & Kunst in Kooperation mit den Departementen Soziale Arbeit, Technik & Architektur sowie der Pädagogischen Hochschule und der Universität Luzern