Lukas Einsele

By Vera Leisibach on

Dozent und Mentor

 „Ein Raum entsteht, wenn man Richtungsvektoren, Geschwindigkeitsgrößen und die Variabilität der Zeit in Verbindung bringt. Der Raum ist ein Lukas EinseleGeflecht von beweglichen Elementen. Er ist gewissermaßen von der Gesamtheit der Bewegungen erfüllt, die· sich in ihm entfalten. Er ist also ein Resultat von Aktivitäten, die ihm eine Richtung geben, ihn verzeitlichen und ihn dahin bringen, als eine mehrdeutige Einheit von Konfliktprogrammen und vertraglichen Übereinkünften zu funktionieren. Im Verhältnis zum Ort wäre der Raum ein Wort, das ausgesprochen wird, das heißt, von der Ambiguität einer Realisierung ergriffen und in einen Ausdruck verwandelt wird, der sich auf viele verschiedene Konventionen bezieht; er wird als Akt einer Präsenz (oder einer Zeit) gesetzt und durch die Transformationen verändert, die sich aus den aufeinanderfolgenden Kontexten ergeben. Im Gegensatz zum Ort gibt es also weder eine Eindeutigkeit noch die Stabilität von etwas „Eigenem“. Insgesamt ist der Raum ein Ort, mit dem man etwas macht: So wird zum Beispiel die Straße, die der Urbanismus geometrisch festlegt, durch die Gehenden in einen Raum verwandelt. Ebenso ist die Lektüre ein Raum, der durch den praktischen Umgang mit einem Ort entsteht, den ein Zeichensystem – etwas Geschriebenes – bildet.“

(aus: Michel de Certeau, Kunst des Handelns)

Künstlerische Arbeit, die sich schwerpunktmäßig der Fotografie und anderer bildgebender Medien, sowie Text bedient. Umfangreiche Recherchen sind ebenso Grundlage wie Bestandteil der Projekte und ihrer Präsentationen. Sie dienen dem Aufspüren und Sichtbarmachen von Strukturen, Hintergründen und Beziehungen. Zu den wesentlichen methodischen Elementen gehören Kollaborationen zwischen den an der Bilderzeugung beteiligten Personen, performative Formen und Regeln, mit denen physische Begegnungen gestaltet werden sowie die Inszenierung des Erinnerns als Handlung, als ein aktiver, Bilder generierender Prozess, mit dem ein Mensch sich in Beziehung zu seiner Umwelt setzt und sich diese aneignet.

Die künstlerische Arbeit wurde u.a. ausgezeichnet mit Stipendien des Kunstfonds, der Hessischen Kulturstiftung und der Akademie Schloss Solitude, Das Buch »One Step Beyond« erhielt den Karl Hofer-Preis der Universität der Künste Berlin. Verschiedene Projekte und Ausstellungen wurden u.a. gefördert von der Bundes-kulturstiftung, der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, der Mondriaan Stiftung und von zahlreichen Goethe-Instituten.

Langzeitprojekte (Auswahl):
  •  2011 »Als ob (k)eine Klarheit herzustellen sei – Wiederbegegnungen zu Konflikten«
  •  2009 ff. »The Many Moments of an M85 – Zenon‘s Arrow Retraced«
  • 2001 – 2007 »One Step Beyond – Wiederbegegnung mit der Mine / The Mine Revisited«
  • 1990 – 1997 »Die Welt ist schön.«
Ausstellungsauswahl (Einzelausstellungen sind mit * markiert):
  •  2015 »M85« Evidence, Format Festival Derby
  • »M85« 6. Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg
  • 2012  »STATUS – 24 Documente von Heute« Fotomuseum Winterthur
  •  2010 »Territorien des In/Humanen« Würtembergischer Kunstverein Stuttgart
  • 2009 »Krieg und Medizin« Deutsches Hygienemuseum Dresden
  •  »Great Expectations. Contemporary Photography Looks at Today‘s Bitter Years« Casino Luxemburg
  •  2008 »Being Here – Mapping the Contemporary« 3. Bucharest Biennial, Rumänien
  •  »Die Welt sollte zunächst so bleiben, wie sie ist « Neue Kunsthalle Mainz
  •  2007 * Bildmuseet Umeå
  •  »Heterotopias« 1st Thessaloniki Biennial
  •  »Die Fremde Landschaft« Hessisches Landesmuseum Darmstadt
  •    2005 * Museum Haus Esters Krefeld
  • * Witte de With center for contemporary art Rotterdam (Kuratorin:Catherine David)
  •  »Kritische Gesellschaften – Quellen der Empörung« Badischer Kunstverein Karlsruhe
  •  * United Nations Visitors Center New York
Vorträge seit 2004 (Auswahl):
  • 2016 »Dehumanization«, Central European University Budapest
  •  2011 »One Step Beyond« Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Dresden Ulster University Belfast und Maumaus Lissabon
  •  2010 »Concrete Geometries« Symposium Architectural Association (AA) London
  •  2009 »The M85 Bomblet – Three Fragments of a Cluster Bomb« »The Design of the (In-)Human« Akademie Schloß Solitude
  •  2006 »Inaccessible Terrain« »Build or Die« Designmai Berlin
  • 2005 »Aesthetics and Politics« (Catherine David) Cork Caucus Festival
  • 2004 »Oblivion and Memory – Questions on the Representation of Trauma«, Akademie Schloss Solitude Stuttgart
Veröffentlichungen seit 2004 (Auswahl):
  • 2012 »STATUS – 24 Dokumente von Heute« Katalog Fotomuseum Winterthur
  • 2009 »Great Expectations« Katalog Casino Luxembourg
  •  2008 »PhotoArt – Fotografie im 21. Jahrhundert« DuMont, Hrsg. Uta Grosenick, Thomas Seelig
  • »Being Here. Mapping the Contemporary« 3. Bucharest Biennial, Pavilion Magazine 12
  • 2007 »Heterotopias« Katalog 1st Thessaloniki Biennial
  •  2006 »On Art, Possibility & Democracy« Cork Caucus, Hrsg. National Sculpture Factory
  •  2005 »One Step Beyond« Hatje Cantz, Hrsg. Witte de With und Catherine David
  • »Erinnern und Vergessen. Zur Darstellbarkeit von Traumata« edition solitude
  •  2004 Vacarme #30 Paris (vacarme.eu.org)