Ariane Aeschi

By Vera Leisibach on
BAUpflanzen – PFLANZENbau. Ein Unterrichtsprojekt zum Thema Manipulation an Nutzpflanzen an der Kantonsschule Sarnen
Apfelbirnen, Zitronenthymian, Schweizerhosen, Tomoffel, Buddhabirnen: Dies sind existierende Züchtungen oder Kreationen von Nutzpflanzen. So vielfältig wie ihre Bezeichnungen, so phantasievoll sind auch die Manipulationen, aus denen sie hervorgegangen sind. In einem Unterrichtsprojekt untersuchten Schüler/innen der Sekundarstufe II mögliche Manipulationen und erarbeiteten neue eigene.

Seit Jahrtausenden greifen Menschen in das Wachstum und in die Entwicklung von Pflanzen ein. Mal mit grösserem, mal mit geringerem Erfolg verändern sie deren Aussehen, ihren Geschmack, ihre Widerstandsfähigkeit. Veränderungen können beispielsweise mittels Kreuzungen, Pfropfungen und seit wenigen Jahrzehnten auch durch Genmanipulation erfolgen. Das Spektrum reicht dabei von marktorientierten Formspielereien – wie etwa kubische Wassermelonen – bis hin zu tief in das Erbgut reichenden Eingriffen, die ein weites Feld ethischer und soziopolitischer Fragen aufspannen. Seit mit Gentechnik verbundene Themen regelmässig den Weg in die Massenmedien finden, hat sich die Debatte um ein sinnvolles Mass, um die Frage, wie viel und was verändert werden darf, intensiviert. Wenn auch Gemüsen eher selten vergönnt ist, auf dem Speisezettel die unbestrittene Favoritenrolle einzunehmen, so vermögen doch die farben- und formenreichen Gebilde immer wieder aufs Neue zu begeistern. Davon konnte ich mich während meiner Tätigkeit als Lehrkraft auf Sekundarstufe I hinlänglich überzeugen, immer dann nämlich, wenn Gemüse «cool» aussah oder eine «geile» Form hatte. Dass diese Faszination nicht an eine Altersgrenze gebunden ist, zeigt das allgemein wachsende Interesse an der Vielfalt von Nutzpflanzen. Spezielle Märkte mit einem reichen Angebot an Pflanzen und Esswaren, wie diejenigen von Pro Specie Rara, florieren im wahrsten Sinne des Wortes. Ausgehend vom Studium verschiedener Gemüse- und Fruchtpflanzen kreieren die Schüler/innen der Klassen 4A und 4B der Kantonsschule Obwalden ihre eigenen Manipulationen. Die gestalterische Arbeit soll Fragen nach dem Sinn und Unsinn, nach Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von menschgemachten Veränderungen an essbaren Pflanzen aufwerfen. Was, wenn diese Schöpfungen als lebendige Pflanzen existierten? Welche Konsequenzen ergäben sich für Mensch und Umwelt? Die Resultate dieser Auseinandersetzung können in der Kollegi- Gärtnerei in Sarnen bestaunt werden. Diese stellte freundlicherweise einen Platz im Gewächshaus für die Ausstellung zur Verfügung und freut sich auf regen Besuch. Betreten Sie das Gewächshaus durch den Haupteingang, und schon lachen Ihnen vielfältige Kreaturen entgegen.

Ariane-Aeschi_01