Nico Lazúla

By Vera Leisibach on

portée de la voix (Hörweite) Auditive und performative Intervention im öffentlichen Raum
«Nur wo Dinge, ohne ihre Identität zu verlieren, von Vielen in einer Vielfalt von Perspektiven erblickt werden, so dass die um sie Versammelten wissen, dass ein Selbes sich ihnen in äusserster Verschiedenheit darbietet, kann weltliche Wirklichkeit eigentlich und zuverlässig in Erscheinung treten.» (Hannah Arendt) In «portée de la voix» werden Geschichten vom Ort, von Lebenswelten, Gedanken und Erinnerungen der dort lebendenund arbeitenden Menschen fragmentarisch hörbar.

Ausgangpunkt meiner Arbeit sind Bestandesaufnahmen des Ortes Sarnen auf verschiedenen Wegen. Einerseits führte ich während der Zugfahrt zwischen Sarnen und Luzern Gespräche mit Reisenden, die in einer Verbindung zum Ort stehen. Ich fragte sie nach ihrem Alltag, ihrem Leben und ihren Erinnerungen. Dabei war wichtig, dass die Gesprächspartner/innen selber entscheiden konnten, was sie als wichtig erachteten und was sie erzählen mochten. Aus diesen Gesprächen arbeitete ich in der Folge Fragmente heraus und verdichtete sie. Zusätzlich sind vor Ort gefundene Geräusche, die spezifischen Soundscapes mit ihren Eigenheiten und Rhythmen weiteres Ausgangsmaterial für die entstandenen Arbeiten. Das elektronisch aufgezeichnete Material wurde in der Folge analysiert und verdichtet, allenfalls verändert. Anonymisierte Elemente aus den Gesprächen treffen nun auf verarbeitete Umgebungsgeräusche und verbinden sich kompositorisch mit einer weiteren poetischen, assoziativen Textebene. Die Kompositionen werden in zwei Formen im öffentlichen Raum von Sarnen präsentiert: Während der Dauer der Ausstellung sind im Dorfkern von Sarnen kurze Hörstücke anzutreffen. Zusätzlich werden sie einmalig im Rahmen einer Liveperformance im Grossraum des Dorfplatzes mit weiteren Elementen und Ebenen zu einem neuen Stück verdichtet.

Nico Lazula 1

Nico Lazúla, portée de la voix, Sarnen 2013

Nico Lazula 2

Nico Lazúla, portée de la voix, Sarnen 2013