Common

By Vera Leisibach on

Journal für Kunst & Öffentlichkeit www.commonthejournal.com

Ausgabe No.2, 2013: Konjunktur und Krise? Zur gegenwärtigen Situation von Kunst und Öffentlichkeit

»Es gibt ein Kunstgesetz, das ewig ist: Wir wollen nicht gelangweilt werden!«, so fasst Kurt Tucholsky die Essenz des künstlerischen Schaffens zusammen. Nicht nur der künstlerisch Schaffende, sondern auch der Betrachter, der Vermittler, der Organisator oder der Anwohner oder Passant wollen nicht gelangweilt werden…

Kunst im öffentlichen Raum wird zur Zeit als Genre und Begriff grundsätzlich in Frage gestellt. Und dies zu einem Zeitpunkt, in dem in diesem Kontext Konjunktur herrscht: unzählige Projekte werden realisiert, zahlreiche Publikationen erscheinen, Ausstellungen werden eröffnet und eine breite Palette an Ausbildungsgängen wurde in den letzten Jahren initiiert. Die öffentliche Domäne hat in der aktuellen Gesellschaft einen weitaus grösseren Stellenwert als je zuvor bekommen…

Kontextkomplex: Kunst querdurch hybride Zeit-räume, Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch

Der Mann lächelte. Er sass zwei Sitzreihen vor mir, telefonierte und lächelte. Aufblickend um den Stationsnamen zu entziffern, schaute ich jedes Mal in sein lächelndes Gesicht. Nein, kein Flirt. Für die Dauer eines Telefongesprächs hatte dieses Lächeln eine gleichgültige Aussenseite. Es war nach innen gekehrt und galt jemandem, der oder die …

Repräsentation im öffentlichen Raum, Wolfgang Kaschuba

Der öffentliche Raum ist nicht nur im Gerede, er scheint in akuter Gefahr. Ihm droht offenbar ein regelrechtes Massaker: Er wird verdrängt und geschrumpft, fragmentiert und kontrolliert, perforiert und zerstört. So jedenfalls lauten unsere Diagnosen. Rein sprachlich betrachtet, klingt das hochdramatisch. Fast wie die Alarmmeldungen besorgter Wildhüter aus den afrikanischen Nationalparks, wo die Elefanten wieder einmal …

Spatial thinking and artistic practice – re-visiting Michel de Certeau

It seems to be a dominant assumption today, that art can only be critical if it occurs outside the institutions. This assumption has its roots in a long tradition of cultural theory treating the streets as the place for opposition, disruption, tactics and protests, as for example seen in the works of Henri Lefebvre, Georges Perec and Michel de Certeau. In this article I will critically examine one of these theorists, namely Michel de Certeau…

in Kürze online:
Die Rückkehr verdrängter Gespenster. Radio als Medium der Intervention, Interview mit Ole Frahm, Lisa Herzog und Jana Vanecek, Anfang Mai
Geplanter Verschleiss (Amnesie)? / planned erosion (Amnesia)? Interview mit Daniel Hauser – RELAX, Lisa Herzog und Jana Vanecek, Anfang Mai
Wo steht die Kunst im öffentlichen Raum? Der Text zum Workshop, Martin Schmidl, Mitte Mai 2013
Kunst im Stadtraum / Kunst am Bau und Denkmalskunst, Zwei Arbeitsbereiche mit Schnittmengen und fließenden Übergängen, Stephanie Endlich, Ende Mai
Die Gedenkstätte für die Opfer der Anfall-Operation, Michael Fehr, Ende Mai
Skulptur Projekte in Münster und die Veränderungen, Markus Müller, Ende Mai
The nightmare of participation, Manfred Miessen, Anfang Juni
Zur »Wiederbelebung des staatlichen Kunstauftrags« in Frankreich während der 1980er Jahre: Les deux plateaux von Daniel Buren im Ehrenhof des Pariser Palais-Royal, Valérie Bussmann, Ende Mai
Multiple commons: The making, unmaking and remaking of the PROGR center for cultural production in Bern, Martin Waldmeier, Ende Mai