Kristallisationsorte der Schweizer Kunst der 1970er Jahre

By Vera Leisibach on

Aarau – Genf – Luzern. Die Zeit um 1970 war eine Umbruchzeit in der Schweizer Kunst, nicht nur weil damals die Frage, was Schweizer Kunst überhaupt sei und wo der Platz der Künstlerinnen und Künstler in der Gesellschaft intensiv diskutiert wurden. Aufbruchstimmung markierten insbesondere zahlreiche Ausstellungen, am bekanntesten Harald Szeemanns When Attitudes Become Form (1969) in der Kunsthalle Bern. Die Auseinandersetzung mit den neusten Tendenzen der internationalen Kunst, das Experiment mit neuen Ausstellungsformen und die Förderung des heimischen Kunstschaffens fanden aber nicht nur in Bern statt, sondern an vielen anderen Orten: in Aarau, Genf und in Luzern. Das Kunsthaus Aargau unter der Leitung von Heiny Widmer, das von Adelina von Fürstenberg neu gegründete Centre d’art contemporain (cac) und das Kunstmuseum Luzern unter Jean-Christophe Ammann wurden zu eigentlichen Kristallisationsorten der Kunst. Wie entsteht ein solcher Kristallisationsort? Welche gesellschaftlichen, kulturellen, ökonomischen und politischen Faktoren sind bestimmend? Sind oder waren ‚periphäre’ Orte besonders förderlich? Welche Rolle hat ein Kurator? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel von Institution, (lokaler) Kunstszene und Kunstschule? Mittels Interviews mit Zeitzeugen schafft das Forschungsprojekt eine dichte Beschreibung und überprüft bestehende Erzählungen und Mythen.

Beteiligte Organisationen

Centre d’art contemporain (cac); Genève, Ecole Cantonale d’Art du Valais (ECAV); Sierre, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta); ETH Zürich; Kunsthaus Aargau, Aarau; Kunstmuseum Luzern; Memoriav; Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA

Forschende

Julie Harboe (Gesuchstellerin) / Dora Imhof / Lucie Kolb / Sibylle Omlin / Melissa Rérat / Hilar Stadler / Miriam Sturzenegger

Das Forschungsprojekt ist abgeschlossen. Eine Publikation ist in Vorbereitung.